Briefe schreiben als Coaching-Methode

In unserer schnelllebigen Welt bleibt oft wenig Raum für tiefgehende Reflexion. Gespräche sind flüchtig, Gedanken ungeordnet – und manches bleibt unausgesprochen. Die Methode des „Briefe Schreibens“ im Coaching eröffnet einen Raum für intensive Auseinandersetzung mit sich selbst, mit anderen oder sogar mit Personen, die nicht mehr anwesend sind. Sie ist besonders wertvoll, wenn emotionale Klarheit, Perspektivwechsel oder eine tiefere Verarbeitung von Erlebtem erforderlich sind.

Warum Briefe schreiben im Coaching?

Das Schreiben eines Briefes zwingt dazu, Gedanken bewusst zu formulieren und sich intensiver mit Gefühlen und Themen auseinanderzusetzen. Diese Methode erlaubt es, innere Prozesse sichtbar zu machen, Widersprüche zu erkennen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Zudem gibt sie die Möglichkeit, in einem sicheren Raum Emotionen auszudrücken, ohne sofort eine Antwort oder Reaktion erwarten zu müssen.

Anwendungsbereiche der Methode

  • Selbstreflexion: Ein Brief an das eigene Vergangene oder Zukünftige Ich hilft, Entwicklungen bewusst zu machen und Ziele klarer zu definieren.
  • Ungeklärte Beziehungen: Ein Brief an eine lebende oder verstorbene Person kann dabei helfen, offene Fragen zu klären, sich von belastenden Gefühlen zu befreien oder unausgesprochene Gedanken zu formulieren.
  • Coaching-Prozesse: Der Austausch zwischen Coach und Coachee in Briefform verlangsamt den Prozess und erlaubt eine tiefere, durchdachtere Reflexion. Durch das Schreiben entstehen klare, strukturierte Gedanken, die langfristig nachhaltiger wirken können.
  • Krisenbewältigung: Wer in herausfordernden Zeiten steht, kann sich durch das Schreiben bewusst mit Ängsten, Hoffnungen und Veränderungen auseinandersetzen und neue Perspektiven gewinnen.

Ablauf eines Coaching-Prozesses mit Briefen

  1. Themenfindung: Gemeinsam mit dem Coach wird erarbeitet, worum es im Brief gehen soll und welches Ziel damit verfolgt wird.
  2. Schreibphase: Der Coachee verfasst den Brief in einem geschützten Rahmen, ohne äußeren Druck oder Zeitbegrenzung.
  3. Reflexion: Der geschriebene Brief wird im Coaching-Gespräch besprochen. Dabei können Muster erkannt, neue Perspektiven gewonnen und nächste Schritte abgeleitet werden.
  4. Optionale Antwort: Falls es sinnvoll erscheint, kann der Coach oder der Coachee eine „Antwort“ auf den Brief verfassen, um den Prozess weiterzuführen.

Warum diese Methode so wirkungsvoll ist

Das Schreiben schafft Distanz und Nähe zugleich: Einerseits ermöglicht es einen objektiveren Blick auf das eigene Erleben, andererseits erlaubt es, sich tief mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen. Durch die bewusste Reflexion entstehen oft überraschende Erkenntnisse und neue Handlungsoptionen. Zudem können Briefe aufbewahrt und später erneut gelesen werden, wodurch Entwicklungen nachvollziehbar werden.

Fazit: Die Methode des „Briefe Schreibens“ ist eine sanfte, aber kraftvolle Möglichkeit, sich mit persönlichen Themen auseinanderzusetzen. Sie eignet sich besonders für Menschen, die sich Zeit nehmen möchten, um Gedanken zu ordnen, Emotionen auszudrücken oder ungelöste Themen zu reflektieren. Ob für sich selbst, im Austausch mit anderen oder als Teil eines Coaching-Prozesses – das geschriebene Wort kann Klarheit, Heilung und neue Perspektiven bringen.

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